Dienstag, 19. Mai 2015

DON'T TELL WOMEN WHAT TO WEAR TELL MEN NOT TO RAPE

 
 S A G      N E I N



Stell dir vor...
du bist im Fußballstadion mit deinem Freund.
Du siehst Söhne auf den Schultern ihrer Väter mitfiebern.
Du siehst die Masse toben und jubeln und schreien und verzweifeln und wieder jubeln.
Du siehst die Sportler schneller werden und langsamer und schneller und -
Und plötzlich siehst du dein Gesicht auf allen Bildschirmen, rot vor Aufregung, glänzend vor Anstrengung.
Und deinen Freund vor dir knien mit diesem vielsagenden Lächeln auf den Lippen.
Du siehst den Ring, den er dir unter die Nase hält und wie er funkelt, viel heller als alle Sterne zusammen.
Du siehst Frauen an den Händen ihrer Männer mitfiebern.
Du siehst die Masse toben und jubeln und schreien und alle rufen dir zu und treiben dich an, es zu tun, "Ja" zu sagen.
Dieser Text ist für die Frau, die "Nein" gesagt hat! 



1.
Sie läuft durch die Stadt und ihr Rock streicht im Takt ihrer Schritte um ihre Oberschenkel. Jemand fährt an ihr vorbei, wird langsamer, hupt.
Ein Mann hält am Straßenrand der gegenüberliegenden Seite und kurbelt das Fenster runter.
"Hey Süße," schreit er, "komm näher!"
Sie sagt nein.

"Schlampe, du bist sowieso hässlich!"

2.
Sie sitzt im Restaurant und trägt schwarz. Weil schwarz schlank macht und traurig aussieht, aber auch verheisungsvoll und aufreizend.
Ihr erstes Treffen seit Langem, sie ist aufgeregt und angespannt.
Bauch einziehen, nur nichts falsch machen, nicht zu laut lachen, nicht zu viel reden und vor allem nichts falsches, nicht die falschen Dinge fragen, nicht auf die Toilette müssen.
Der Kellner kommt sieht den Mann fragend an.
"Ich nehme das Rinderfilet, für die Dame vielleicht besser einen Salat."
Sie sagt nein.
"Oh, bekäme dir sicher besser!"

3.
Sie steht vor der Kamera. Model sein, davon hat sie immer geträumt. 
Sie ist groß und man sagt ihr des Öfteren wie schön sie doch sei.
Sie lächelt, wechselt die Position, verlagert ihr Gewicht, neigt den Kopf, lächelt, lächelt, lächelt.
Der Fotograf ist nicht zufrieden, will sie in anderer Kleidung sehen.
Knapperer Kleidung.
Fast garkeine Kleidung mehr.
Sie sagt nein.
"Geh nach hause, prüdes Ding."





Da muss man sich nachpfeifen lassen, als sei man ein Hund.
Da muss man sich anhupen lassen, als sei man ein unfähiger Autofahrer. ah stimmt, sind Frauen ja ohnehin alle.
Da muss man auf seine Figur achten und bloß nicht zu viel auf die Waage bringen, es sei denn mehr Oberweite oder Hintern.
Da muss man vollkommen enthaart sein und bitte gut riechen und bitte anständig sein und klug und bloß keine eigene Meinung haben.
Da muss man sich ausziehen um für Deodorant zu werben, aber privat ist man natürlich selbst schuld, wenn man vergewaltigt wird, war einfach zu kurz das Top.
Da muss man ja sagen.
Da muss man frau sein.



!

Sonntag, 12. April 2015

WER BIST DU, WENN KEINER HINSIEHT?



I D E N T I T Ä T


1.
ich
ich war
ich war die
ich war die Erwartung anderer

Ich war Ruhe und Zurückhaltung
Ich war leise wenn's drauf ankam, aber in mir war ich Sturm.
Ich war wahrscheinlich
Ich war wahrscheinlich doch nur vielleicht
Ich war selten erstaunlich

Ich war schlechter Vergleich
und für eine Metapher zu eindeutig.

2.
ich
ich bin
ich bin was
ich bin was ich besitze

Ich bin eine Wohnung, drei Geschwister, eine Mutter und ein Vater

Ich bin 64 ungelesene Bücher, zwei Hasen und ein Kater
Ich bin ein voller Kleiderschrank aber zum Anziehen bin ich nichts
Ich bin ein gutes Recht und immergleiche Pflicht
Ich bin mindestens zwei Liter schwarzer Nagellack
Ich bin richtig richtig schlechter Filmgeschmack
Ich bin echte Freundschaft und ehrliches Lachen
Ich bin zuckersüße Träume und zartbittere Tatsachen
also tatsächlich Realität.


3.
ich
ich wäre 
ich wäre gerne
ich wäre gerne was sich jeder wünscht

Ich wäre die letzte Hoffnung und die große Liebe.
Ich wäre gute Aussicht, ich wäre Perspektive.
Ich wäre Schokolade, die nicht dick macht
Ich wäre Mathematik lernen über Nacht
Ich wäre Sicherheit
Ich wäre mehr Zeit
Ich wäre zündende Idee
Ich wäre dreiblättriger Klee
und trotzdem Glück.


Ich bin was ich habe, ich bin woher ich komme, ich bin wozu ich gehöre
Ich kann's nicht mehr hören
Viel lieber will ich sein, was ich glaube, wovon ich träume und was zu sagen ich mich nicht trau'

Ich bin Entscheidungen, die ich getroffen habe und Meinungen, zu denen ich stehe.
Ich bin, für wen ich mich entschieden habe, was ich liebe, was ich meide, worüber ich lache, worum ich weine.
Ich bin was mich lebendig fühlen lässt und was mich frei macht.
aber vor allem bin ich auch, was mich verletzt und anders als gedacht. 

Ich lasse ungerne über mich urteilen, wenn ich selbst noch nicht weiß, worüber geurteilt wird
und ich will selbst nicht über andere urteilen, weil man dabei sowieso meistens irrt.


Mittwoch, 4. Februar 2015

LESEMONAT JANUAR 2O15


Diesen Monat habe ich vier Bücher gelesen, 1805 Seiten, also 58 Seiten pro Tag, was dafür, dass ich im Praktikumsblock war und verhältnismäßig wenig Zeit zum Lesen hatte, schon akzeptabel ist.
Ab 50 Seiten ist eigentlich alles okay.



1. Die letzte Spur, Charlotte Link, 632 Seiten, ♥ ♥ ♥ 


Die Geschichte besteht zu Beginn aus vielen verschiedenen Blickwinkeln einzelner Hauptpersonen, die bald zu einem schlüssigem Ganzen zusammenlaufen. Das macht den Roman um einiges spannender und man kann sich wesentlich besser in das Geschehen einfinden, weil man von jeder einzelnen Perspektive genug Informationen erhält, um sich von allem ein detalliertes Bild zu schaffen, aber nicht zu viel verraten wird und die Geschichte unvorhersehbar bleicht. Spannend von den ersten Seiten an und ein gut durchdachter Roman. Kann man durchaus mal lesen, denn Charlotte Link unterhält wieder außergewöhnlich gut. In Relation zu anderen Büchern von ihr trotzdem "nur" drei Herzen.



2. Prinz Kaspian von Narnia, C. S. Lewis, 175 Seiten, ♥ ♥ ♥ ♥ 


Die Chroniken von Narnia sind nun mal ganz große Klasse! Das ist diese Art von Büchern, die einen einfach nicht mehr loslassen, ohne ein wahnsinnig trauriges, tiefgründiges Thema anzusprechen, das einen eher im negativen Sinne fesselt. Die Sprache ist ansprechend und tatsächlich märchenhaft beziehungsweise etwas altmodisch, ohne kompliziert zu sein. So liest man das Buch ganz schnell in einem Schwung durch.
Sehr empfehlenswert für alle Altersgruppen.



3. Das Leuchten der Stille, Nicholas Sparks, 390 Seiten, ♥ ♥ ♥ ♥ 


Wenn ich anfange, ein Nicholas-Sparks-Buch zu lesen, bin ich immer eher skeptisch, weil ich denke, dass die Geschichten doch irgendwann immer gleich sein müssen, wenn sie a: immer von der selben Person stammen und b: Alle von dem gleichen Thema handeln (Liebe). 
Der Autor hat mich bis jetzt aber immer wieder überrascht und ich freue mich schon auf das nächste Buch, das ich von ihm lesen werde. Wirklich sehr lesenswert!



4. Am Ende des Schweigens, Charlotte Link, 608 Seiten, ♥ ♥ ♥ ♥ 


Charlotte Link hat mich überrascht, begeistert, getäuscht und allerbestens unterhalten!
Die Geschichte besteht wieder aus einzelnen Strängen, die - zugegeben -  dem einen oder der anderen etwas zu verwirrend sein und eventuell ärgern könnten, wenn das Kapitel der einen Perspektive ultraspannend endet und man dann das nächste Kapitel aus einem anderen Blickwinkel nur halbaufmerksam liest, weil man in Gedanken noch bei der letzten Perspektive ist und endlich wissen will, wie es dort weitergeht.
Ich feiere dieses Hin- und Herspringen zwischen den Protagonisten aber total und finde, dass das die Geschichte irgendwie lebendig macht.
Applaus, Applaus, Frau Link, "Am Ende des Schwiegens" ist gelungen!






SUB-Stand:  64 Bücher und 27208 Seiten

Mittwoch, 31. Dezember 2014

ISN'T IT FUNNY HOW DAY BY DAY NOTHING CHANGES, BUT WHEN YOU LOOK BACK, EVERYTHING IS DIFFERENT?

Neues Jahr, Neues Glück!





Und ich höre gute Vorsätze wie: Abnehmen, weniger Kaffee, mehr Lernen und organisierter sein.
Mein guter Vorsatz dieses Jahr lautet: glücklich werden. Und ich ziehe alle Register.



Da habe ich überlegt was ich zum Glück brauche, zum glücklich sein brauche.
Eine beste Freundin habe ich schon, eine fürsorgliche, wenn auch teilweise anstrengende Familie ebenfalls, ein einladendes Zuhause, "ganz-okay-Noten" und verhungern werde ich vermutlich auch nicht.
Die Liebe meines Lebens würde mich vermutlich schon bisschen glücklich machen, aber wenn 2014 mir etwas gelernt hat, dann, dass man sein Glück nicht von einer anderen Person abhängig machen sollte.
Vielleicht muss ich nur mehr lachen, besser essen, öfter essen, mich mal aus der Comfort-Zone bewegen, meine geheiligten Hallen, die ich irgendwie nicht verlassen kann, vielleicht muss ich mehr nach draußen, damit es mir in meiner Haut besser gefällt, mehr lesen auf jeden Fall und mehr schreiben sowieso.
Ich hatte sowieso vor, ein Notizbuch zu führen, in das ich einfach alles kleben, schreiben und malen werde, was super ist und mich bewegt hat.


Vielleicht muss ich nur Menschen aufgeben, die mich verletzt und enttäuscht haben und Träume ausleben, die mich einfach nicht mehr loslassen. Wandern, wohin mich die Füße tragen, gelegentlich dann doch mal Sport machen und jedem, ausnahmslos meine ehrliche Meinung sagen, Freundschaften beenden, die nur noch aus Nicken und Oberfläche bestehen, bevor sie im Streit enden und neue Freundschaften schließen, die versprechen, etwas Besonderes zu  werden, alles, was ich tu, motiviert und engagiert tun, alles, was ich liebe nie vergessen, dafür das, was gelogen war und mich lange genug zu Unrecht beschäftigt hat, Erinnerungen aufheben, nur die wertvollen versteht sich und endlich richtig abwägen, was ich wirklich brauche und was nicht (Stichwort Kleiderschrank husthust).

Ich bin kein Mensch mit dem Ziel der Ziele, Glück in greifbarer Nähe, weil ich Materialist bin und strebsam bis an mein Ende.
Viel mehr ein Mädchen mit dem Leben voll Träume und dem Traum vom Leben, Glück an allen Orten der Welt, die ich Heimat nenne und Wanderlust nenne ich's, wenn ich ein Stück davon vermisse.
So würde ich vielleicht einem Menschen nachlaufen, wohin auch immer, wenn ich meinte, er wäre dieses Glück.
Vermutlich würde ich reisen, wohin auch immer, wenn ich meinte, ich fände Glück.
Und ich bin sicher ich würde springen, wovon auch immer, wenn ich meinte, ich lande im Glück.
Aber ich nenne es Schicksal, auf dem Weg, diesen Verlassenden einzuholen, die Liebe neu zu entdecken.
Und ich nenne es Schicksal, in diesem Land auf einen Ort zu stoßen, der mich an Paradies erinnert und womöglich ganz woanders hinführt.
Und es ist Schicksal, zu springen, nicht zu wissen wie tief und trotz des vielleicht schmerzhaften, atemberaubenden, spracheverschlagenden Falls, der sich anfühlt, als führe er auf direktem Weg in die Hölle, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, das da heißt: Zukunft und diese ist mein Glück.





 

2015, ich weiß nicht, ob du noch Fall bist oder schon Ziel,
Der Anfang der Zukunft oder das Ende der Vergangenheit,
Glück im Unglück, alles auf einmal oder keines von beidem,
ich verlasse mich einfach darauf, dass du mit dir bringst, worauf ich warte, was immer es ist, mir erfüllst, was ich mir wünsche, was immer es ist und es mich merken lässt, wenn es denn eintritt, was immer es ist.
Klingt nach Glück, nicht wahr?

Donnerstag, 11. September 2014

LOOKBOOK AUTUMN 2O14


Hallo Freunde, heute gibts was richtig richtig Cooles und zwar ein paar meiner Herbstsachen und wer Lust hat, lässt sich vielleicht zu ähnlichen Kreationen inspirieren und wer nicht, der nicht.Alle Bilder hat eine meiner Freundinnen gemacht, die das mit dem Fotografieren ziemlich drauf hat, wer möchte, kann bei instagram voll gerne mal bei ihr vorbeischauen. Unter dem Namen "addictedtobreathe" - der ja wohl echt cool ist - veröffentlich sie wirklich unglaublich schöne Fotos, die es sich definitiv anzusehen lohnt.Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Herbstshoppen und eine schöne Herbstzeit mit ganz viel Tee und Büchern und Baden und bisschen Fashion.
Los geht's!




1. Ich trage einen rückenfreien Body von American Apparel für 28€, einen Maxirock (ebenfalls von American Apparel) für 46€ und ein wunderschönes Blumenband, das meine Freundin selbst gemacht hat. Die Schuhe sind von Unisa für 60€ und eine Uhr, die meine einzige Uhr ist, von Skagen für 120€. Und nein, ich bin leider kein bisschen reich, habe aber den großzügigsten aller Onkel!








2. Das Hemd gibt es aktuell bei Pimkie für 20€, den Rock bei NewYorker für 10€ und die Strümpfe auch bei Pimkie für 8€. Die Tasche hab ich von meiner Mama bekommen, das war nämlich damals ihre eigene Schultasche und ich finde das ziemlich cool! Die Brille gehört auch ihr, steht mir aber ja sowieso nicht.







3. Ich trage den selben Rock und die selben Strümpfe, wie gerade eben.  Das Jeanshemd habe ich secondhand von einer Freundin bekommen, aber solche gibt es ja ständig überall und den Schal gibt es für 15€ bei Pimkie.
Die Schuhe habe ich auch gerade schon getragen, aber hier sieht man sie besser und zwar sind das relativ schlichte Stiefeletten von Deichmann für 30€ und den Hut hab ich schon vor einiger Zeit bei H&M gekauft, weiß den Preis nicht mehr sicher, schätze aber, dass der reduziert um die 5€ gekostet hat.





4. Okay, jetzt habe ich's ein bisschen lässiger versucht und zwar mit einem Shirt, das ich für 5€ bei Kleiderkreisel gekauft habe, einer kaum kurzen Jeans, die ich secondhand von der gleichen Freundin bekommen habe, die mir auch  das Jeanshemd gegeben hat und meinen heißgeliebten Männervans für 80€, die gehen halt einfach immer. Das Bandana gab's mal für ca. 5€ bei NewYorker und die Mütze für ungefähr 7€ bei H&M. Außerdem trage ich so eine ganz einfach Strumpfhose, die man überall für ungefähr 3€ bekommen kann.
Oh und der Green Tea von Arizona ist einfach meine ganz große Liebe!






Dienstag, 2. September 2014

ICH WÄR SO GERN FÜR DIESE WELT GEMACHT. ICH WÄR SO GERN FÜR DICH ALS HELD GEDACHT


Kennst du das?
Du bist verliebt. Unsterblich verliebt.
So dass es sich anfühlt, als müsstest du ersticken, wenn du seine Hand auch nur fünf Sekunden lang loslässt.
So dass du ihm die beste Freundin seines Lebens sein willst, ihm alles anvertrauen willst und seine Geheimnisse bis in alle Ewigkeit tief in deinem Innern aufbewahren willst, so sicher wie nie.
Wenn du extra früh und ganz vorsichtig aufstehst, um ihn nicht zu wecken, aber schon mal das Frühstück vorbereiten willst, damit er sich nur noch an den reich gedeckten Tisch setzen muss.
Oder hast du es ihm sogar ans Bett gebracht?
So dass du schon immer am Abend überlegst, was du am nächsten Tag tragen könntest, weil jetzt alles perfekt durchdacht sein muss. Du willst nämlich unbedingt die Schönste für ihn sein. Für ihn ganz allein.
Erinnerst du dich noch daran, dass du voller Vorfreude auf's Aufstehen eingeschlafen bist, weil er dich jeden Morgen mit einer extraschönen Nachricht geweckt hat?
Wie er seinen Arm um dich gelegt hat und es sich kein bisschen besitzergreifend angefühlt hat, sondern viel mehr wie ein Zuhause?

Und alle deine Freundinnen haben dich beglückwünscht. Abertausende Male.
"Ihr seid das Traumpaar schlechthin" haben sie gesagt. Glaubst du sie sind neidisch gewesen?
"Ich bin so dankbar, dass ich ihn gefunden habe!" "Ich bin so dankbar für diese Liebe!" "Du darfst meine Trauzeugin sein, ich spare schon auf's Kleid!" "Er ist es, das spüre ich! Er ist der Richtige!"

War er der Richtige?



Oder hat er dich sitzen lassen?



Kennst du das?
Du bist traurig. Tieftraurig.
So dass es sich anfühlt, als müsstest du ersticken, wegen diesem unangenehmen Kloß in deinem Hals, den du einfach nicht wegschlucken kannst.
So dass keine Tränen mehr kommen, obwohl dir den ganzen Tag nach Weinen zumute ist.
Er ist gegangen. Ohne dich.
Und du hast es Liebe genannt, erinnerst du dich?
Jetzt sprichst du nur noch von Erfahrung.
"Ich bin dankbar für diese Erfahrung." "Tja, da muss jeder mal durch, es ist ja auch eine wichtige Erfahrung." "Es klappt doch niemals beim ersten Mal, aber die Erfahrung hat mich viel reicher gemacht."
Fühlst du dich wirklich reicher? Erfahrener? Oder einfach nur einsam aber klüger als zuvor?
Ich befürchte, das macht es nicht besser, hab ich Recht?




Ich möchte eine Liebe, die Liebe bleibt und nicht zur Erfahrung wird.
Ich möchte mich nicht an jemandem ausprobieren um zu testen, wie weit ich gehen kann.
Und natürlich möchte ich mich auch weiter entwickeln, aber keine Liebe dafür aufgeben!
Geht das beides zusammen?
Oder muss man sich entscheiden?
Kann man das überhaupt?








Sind wir frei, nur weil es uns gesagt wird? Und wenn ja, frei von was?
Frei von Sorge, frei von Wut, frei von Hass?
Oder doch nur frei von Geld, frei von Zeit, frei von Spaß.

Ich bin frei von dir, seit du dich frei von mir gemacht hast
und wenn das Freiheit ist, dann macht mir Freiheit Angst.

Freitag, 29. August 2014

LESEMONAT AUGUST 2O14


Direkt zu Beginn: Ich habe diesen Monat sieben Bücher gelsen, komme damit auf eine Gesamtseitenanzahl von 2147 Seiten, was bedeutet, dass ich pro Tag ca. 74 Seiten gelesen habe. Das ist ausbaufähig.




1. Vollidiot, Tommy Jaud, 277 Seiten, ♥♥♥♥


Wie man ja schon an den vier von fünf Herzen  erkennen kann, hat mir das Buch wahnsinnig gut gefallen. Ein Liebesroman aus einem ganz anderen Blickwinkel. Das Besondere ist einfach, dass der männliche Protagonist nicht so romantisch ist und alles für seine Angebetete tun würde und sich supertolle Sachen ausdenkt und ihr immer süße Komplimente macht oder sowas, sondern er will einfach eine Freundin, Sex und mit seinen Freunden mithalten, ist aber trotz diesem Hang zum Arschloch total sympathisch, weil er eben so unsicher ist und vom Anfang bis zum Ende ehrlich.
Der Schreibstil ist unheimlich witzig und die Wortwahl sagt mir irgendwie voll zu. Alles in allem erinnert es mich ein bisschen an Ildikó von Kürthy in männlich, was gut ist, weil sie ja meine Lieblingsautorin ist.
Das Buch hat mich definitiv neugierig auf den Autor gemacht und ich will unbedingt noch mehr von ihm lesen.


2. Sehen wir uns morgen?, Alice Kuipers, 220 Seiten, ♥♥


In diesem Buch geht es um ein Mutter-Tochter-Gespann, das viel unterwegs ist und sich deshalb immer kleine Briefe am Kühlschrank hinterlässt. Das Buch besteht also nur aus diesen Zetteln.
Ich würde jetzt nicht behaupten, dass ich ein großer Fan der Briefform bin, habe prinzipiell auch nichts dagegen, aber bei dieser Thematik hat es mich dann doch ein wenig gestört.
Die Mutter erkrankt nämlich an Brustkrebs und das besprechen die beiden wieder auf diesen Kühlschrankzetteln. Dabei gehen meiner Meinung nach Gefühle der beiden ( die mich gerade bei diesem Thema wirklich interessiert hätten und wichtig für ein fesselndes Buch gewesen wären ) verloren, weil man in einer Notiz einfach nicht die nötige Menge an Emotionen packen kann.
Insgesamt ein "So-lala-Buch".


3. Nur wenn du mich liebst, Joy Fielding, 471 Seiten, ♥♥♥♥


Das Buch ist wirklich superspannend gewesen und ich habe es innerhalb kürzester Zeit regelrecht verschlungen. Ich war die ganze Zeit total gespannt wie es weitergeht und hab mich immer darauf gefreut, weiterzulesen.
Das buch handelt von vier Freundinnen, wie sie zusammengefunden haben und wie ihnen das Leben manchmal ziemlich übel mitspielt und sie Probleme alle auf ihre Weise lösen.
Das Buch ist in vier Teile geteilt und zwar geht es in jedem Teil um die Sichtweise einer anderen Frau. Es wird aber nicht immer die gleiche Geschichte erzählt und man wechselt nur den Blickwinkel, sondern es ist eine Geschichte am Stück. Das ist wirklich gut gemacht.
Obwohl in den ersten beiden Dritteln nicht viel passiert, ist es sehr mitreißend, der Höhepunkt der Geschichte ist dann allerdings nicht so umwerfend, wie man es nach dem Vorspann erwartet hätte. 
Deshalb von mir "nur" vier Herzen und dennoch meine Empfehlung, das Buch ist auf jeden Fall lesenswert.


4. Sternschanze, Ildikó von Kürthy, 339 Seiten, ♥♥♥♥♥


Genauso witzig, unterhaltsam und unendlich weiblich, wie jedes andere Buch von ihr auch! Hat mir wieder einmal supergut gefallen, nicht zuletzt wegen den wunderschönen Zitaten, die sie ja bekanntlich öfter in ihren Büchern unterbringt. Auch der homosexuelle beste Freund Erdal ist wieder dabei und rundet die Geschichte ab. Lohnt sich wirklich zu lesen.
Mein persönliches Lieblingszitat: Irgendwann sagen wir doch alle nur noch: "Ich lieb dich" zueinander. Über kurz oder lang geht das e verloren. Es schleift sich mit der Zeit ab wie die großen Gefühle füreinander. Weil wir den Alltag oder die Katastrophen des Lebens nicht zusammen aushalten. Oder beides. Und dann leben wir resigniert mit der deutlich kleineren Version dessen, was wir einmal wollten und hatten. Oder wir suchen sie erneut, die Liebe mit e. Von Mal zu Mal etwas skeptischer und mit gestutzten Hoffnungen.
Die Frau ist der Wahnsinn!


5. Schwarze Stunde, Christine Féher, 324 Seiten, ♥♥♥♥


Ein wirklich fesselnder Jugendthriller mit - meiner Meinung nach - unvorhersehbarem Ende. 
Ich kann ja nichts ganz krass Spannendes lesen, deshalb kommen mir diese Jugendthriller ganz gelegen. Ich habe von den cbt-Thrillern schon zwei gelesen, habe auch noch zwei zuhause stehen und will mir alle bei rebuy kaufen, bin also noch nicht enttäuscht worden, aber ein Fünf-Herzen-Buch war auch noch nicht dabei, darauf hoffe ich noch!
Manchmal habe ich die Protagonistin nicht wirklich verstanden und fand ihre Entscheidungen teilweise echt dumm. Das hat mich dann immer ein bisschen genervt. Es geht eben auch teilweise um Mobbing, was mich ja lange sehr beschäftigt hat, deshalb weiß ich auch, dass man unter diesem Druck, den anderen nicht noch mehr Angriffsfläche zu bieten, erst recht komische Sachen macht.
Aber hier war es dann manchmal so blöde, dann hab ich mich zwei, drei Seiten geärgert, aber dann war ich wieder voll drin und es war schon mitreißend.
Also insgesamt hat es meine positive Meinung über die cbt-Thriller verstärkt und ich bin gespannt auf die anderen.


6. Peter Pan und Wendy, May Byron, 222 Seiten, ♥♥


Ich konnte mich nur noch ganz verschwommen an den Zeichentrickfilm erinnern und in meiner Erinnerung war der Film total super und ich fand das Buch leider nicht so toll wie ich glaube, den Film gefunden zu haben, was sehr ungewöhnlich für mich ist.
Die Sprache gefällt mir voll gut. Generell mach ich diese Märchensprache immer sehr gerne. Aber märchentechnisch bevorzuge ich dann doch eher die Gebrüder Grimm oder Astrid Lindgrens Kinderbücher, weil ich finde, dass Kinderbücher oft wichtige Sachen vermitteln, deshalb lese ich das immer mal ganz gerne und diese "Botschaft" hat mir in diesem Buch leider gefehlt.
Deshalb von mir nur zwei Herzen, aber beide Daumen hoch für die wunderschöne, märchenhafte Sprache.


7. Blinder Rausch, Doris Bezler, 294 Seiten, ♥♥♥


Bei diesem Buch handelt es sich ebenfalls um einen cbt-Thriller.
Es geht um ein Mädchen, das nach einer vermeindlich wilden Party einen Filmriss hat und sich deshalb nicht an den Mord einer Klassenkameradin erinnern kann, mit der es schön öfter Streit gegeben hat.
Deshalb fragt sie sich natürlich auch, ob nicht vielleicht sogar sie die Mörderin sein könnte.
Die Geschichte hat mir an sich schon gut gefallen, das Problem war die Sprache.
Also korrigiert mich bitte, wenn jemand von euch noch sowas wie "ABF" sagt, aber solche Worte stören mich total, weil ich da eben immer das Gefühl habe, ältere Leute wollen einen auf Teenager machen. Sowas regt mich dann auf.
Bis jetzt leider der Teil der cbt-Thrillerreihe, der mir am wenigsten gefallen hat, dennoch kein schlechtes Buch.




 Mein SuB umfasst jetzt noch genau 29000 Seiten:-)